Was sind feminisierte Hanfsamen?

Hanfsamen ist nicht gleich Hanfsamen: immer mehr Homegrower und Cannabiszüchter greifen beim Anbau auf feminisierte Samen zurück. Diese Samen garantieren dem Hanfbauer mit annähernd 100%-iger Wahrscheinlichkeit die Aufzucht von rein weiblichen Pflanzen. Hintergrund: nur die Weibchen haben Blüten und nur die Blüten entwickeln den begehrten Wirkstoff THC. Die Männchen sind daher in der Cannabiszucht bzw. beim Hanfanbau schlichtweg unerwünscht.

Mit unbehandelten naturbelassenen Samen besteht immer eine Restchance auch unerwünschte männlich Cannabispflanzen zu erhalten, die dann bei der Ausbildung der männlichen Merkmale in der Regel sofort vernichtet werden, es sei denn es sollen bewusst neue Samen produziert bzw. die weiblichen Pflanzen bestäubt werden. Die geschlechtliche Ausprägung einer Pflanze lässt sich mittels Lichtintensität und Lichtdauer zwar in die gewünschte (weibliche) Richtung lenken, ist aber nie zu 100% zuverlässig. Traditionelle Züchter haben bisher immer mit 50% männlichen Pflanzen gerechnet und mussten daher zur Risikostreuung doppelt so viele Pflanzen groß ziehen. Das hat sich mit den feminisierten Samen schon vor einiger Zeit grundlegend geändert.

Was sind feminisierte Hanfsamen?

Feminisierte Hanfsamen besitzen keine männlichen Chromosome, was dazu führt, dass sie immer auch eine weibliche Pflanze hervorbringen, die dann irgendwann auch in die Blüte gehen und geerntet werden kann.

Wie funktioniert die Feminisierung?

Das ist etwas kompliziert, aber wir versuchen es einfach zu erklären: Im Prinzip muss man eine weibliche Pflanze (nur) dazu bringen, männliche Blüten zu bilden! Klingt verrückt, ist aber so! Das erreichen die Samenhersteller mit Hilfe von bestimmten Hormonen und dem Einsatz von bestimmten Stoffen, die die Bildung anderer Hormone wiederum blockieren. Damit erhält man genetisch weibliche Pflanzen, mit deren Pollen dann weibliche Blüten bestäubt werden. Durch das fehlende Y-Chromosom werden die daraus resultierenden Samen zu fast 100% weiblich und damit “feminisiert”.

Ganz verlässlich ist diese Feminisierung von Samen allerdings nicht: es kommt hin und wieder zu Zwitterbildungen bei den Cannabispflanzen, die sich dann quasi selber bestäuben und (unerwünschte) Samen ausbilden könnten.

Mehr zum Thema: Hanf und Cannabis selber anbauen

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