Erforschung der entzündungshemmenden Eigenschaften unterschiedlicher Cannabinoide
Entzündungshemmende Eigenschaften verschiedener Cannabinoide erforscht
Foto von National Cancer Institute auf Unsplash

Cannabis ist nicht nur ein Genussmittel, sondern kann auch für medizinische Zwecke verwendet werden. Die Wirkstoffe der Hanfpflanze und ihre Wechselwirkung mit dem körpereigenen Endocannabinoidsystem werden von Forschern intensiv untersucht.

Neue Erkenntnisse über die entzündungshemmende Wirkung von Cannabidiol (CBD)

Ein Team von Forschern der Universität Jena hat in Zusammenarbeit mit internationalen Kollegen aus Italien, Österreich und den USA neue Erkenntnisse über die entzündungshemmende Wirkung verschiedener Cannabinoide gewonnen. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen wurden im Fachmagazin “Cell Chemical Biology” veröffentlicht.

Die Forscher konzentrierten sich auf die entzündungshemmenden Eigenschaften von Cannabidiol (CBD) und fanden heraus, dass es auf zweifache Weise im Körper wirkt. Es hemmt die Bildung von entzündungsfördernden Botenstoffen und verstärkt gleichzeitig die Bildung von entzündungshemmenden Botenstoffen.

Einfluss auf menschliche Immunzellen

Die Forscher untersuchten, wie die aus Cannabis gewonnenen Stoffe auf menschliche Immunzellen reagieren. Dabei stellten sie fest, dass sämtliche untersuchten Cannabinoide die Bildung von entzündungsfördernden Botenstoffen in den Zellen hemmen und gleichzeitig die Bildung von entzündungshemmenden Botenstoffen verstärken.

Die stärkste positive Wirkung wurde dabei dem Cannabidiol (CBD) zugeschrieben. Bereits in geringen Dosen zeigte es entzündungshemmende Eigenschaften bei bestimmten Enzymen, die normalerweise Entzündungen fördern würden.

Unabhängige Enzymreaktion

Interessanterweise fanden die Forscher heraus, dass der Wirkmechanismus der Cannabinoide nicht über das Endocannabinoidsystem und die Cannabinoidrezeptoren gesteuert wird. Stattdessen beeinflussen die Cannabinoide eine unabhängige Enzymreaktion, die das immunregulatorische Enzym 15-Lipoxygenase-1 (15-LOX) aktiviert.

Laut Dr. Paul Jordan von der Universität Jena kann CBD in den betroffenen Zellen das Entzündungsgeschehen von der fördernden zur hemmenden Seite umlenken. Dies könnte als Vorteil gegenüber herkömmlichen entzündungshemmenden Medikamenten wie Aspirin, Ibuprofen oder Paracetamol verstanden werden. Durch CBD wird nicht nur die Freisetzung von entzündungsfördernden Botenstoffen reduziert, sondern auch die Produktion von Substanzen angekurbelt, die regulatorische Funktionen im Immunsystem haben.

Potentielle Anwendungen

Die Forscher hoffen, dass ihre Untersuchungsergebnisse auf den Menschen übertragbar sind und künftig bei der Behandlung von verschiedenen Entzündungskrankheiten helfen können. CBD könnte beispielsweise bei Autoimmunerkrankungen, bakteriellen Infektionen oder Gelenkentzündungen eingesetzt werden.

Es wird betont, dass CBD im Mittelpunkt zukünftiger Therapieansätze stehen sollte, da es die stärksten positiven Effekte aufweist. Im Gegensatz dazu wurde das berauschend wirkende Tetrahydrocannabinol (THC) als weniger wirksam eingestuft.

Die Forscher sind optimistisch, dass ihre Forschungsergebnisse einen Beitrag zur Wundheilung und Geweberegeneration leisten können. Weitere Studien sind jedoch erforderlich, um die genauen Mechanismen und potentiellen Anwendungen von Cannabinoiden besser zu verstehen.

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